Ich bin:

Das Klischee vom IT-Nerd neben Pizzaschachteln taugt nichts!

Wie genau ein Quereinstieg in die IT-Branche aussehen kann, verrät uns Carsten Hennig im Interview. Nach einer Weiterbildung in der Webentwicklung ist er nun als Full Stack Developer tätig. Außerdem klärt er darüber auf, welche Annahmen über IT-Jobs wirklich veraltet sind. 

Du bist ja als Quereinsteiger in der IT-Branche gelandet. Wie genau sah deine berufliche Karriere zuvor aus?
Ich habe meine erste Karriere als langjähriger Chefredakteur von internationalen Fachmedien in der Top-Hotellerie erfüllt und einen Nachrichtensender für Hotelmanagement gegründet. In diesem Feld habe ich zwar schon seit über 20 Jahren mit Multimedia-Inhalten sowie CMS wie WordPress gearbeitet, aber eben “nur” als Redakteur. Da sich technologische Kompetenz als immer wichtiger erwies, wurde mir klar, dass ich umsatteln muss. Heute verbinde ich meine redaktionelle Expertise mit Fähigkeiten im Web und Software Development.

Inwiefern hatte die Pandemie Einfluss auf die Entscheidung zur Neuorientierung?
Der 1. Lockdown in der Corona-Pandemie war ganz klar ein Auslöser für meinen beruflichen Wandel. Allerdings wollte ich diesen schon längst angepackt haben und fand nun mit dem abrupten Stopp von Hotellerie und Gastronomie eine für mich willkommene (wenn auch ungebetene) Gelegenheit. Ich habe die Krise als Chance genutzt und mich intensiv weitergebildet.

Kannst du kurz berichten, wie deine Weiterbildung ablief?
Ich war kurzzeitig bei der Arbeitsagentur gemeldet und sichtete mit meinem sehr proaktiven Berater Bildungsgutscheine für den Bereich Programmierung. Uns fiel beiden gleichzeitig das Weiterbildungsprogramm des DCI auf und, zack, stieg ich binnen gerade mal 2 Tagen in den Vorbereitungskurs ein. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Der Kurs war sehr gut, um sich zu orientieren und dann final zu entscheiden, ob man weitermachen möchte. Mein Ziel war ja klar. Es ging daher nahtlos in das Studium über, was etwas über ein Jahr dauerte.

Wie genau sieht dein aktueller Job aus?
Ich bin Full Stack Developer bei Diggitize GmbH in Hamburg. Hier stieg ich sofort tief in die Entwicklung von MVP ein, also mit WordPress professionell erstellte Weblösungen. Wir arbeiten in Sprints, um rasch Ergebnisse zu erzielen. Parallel bin ich bei komplexen Coding-Aufgaben mit JavaScript und React dabei und lerne parallel weitere Topics wie Database Modeling und PHP. Diggitize bietet etliche Vorteile: Exzellente Anleitung und Einarbeitung, Home Office wann immer ich möchte, spannende und herausfordernde Projekte, ein Weltklasse-Team mit starkem Zusammenhalt und so einiges mehr. Ich bin sehr froh, zu Diggitize zählen zu dürfen und vermisse meine frühere Arbeit kein bisschen.

Was war die größte Herausforderung im Rahmen des Quereinstieges?
Nach über 30 Jahren Arbeit als Journalist ging mir das redaktionelle Handwerk leicht von der Hand. Der Wechsel in die Junior-Position im Web Development ist wie eine Bauchlandung… aber dies war ja gewollt!
Tatsächlich war tägliches, konzentriertes Lernen im Studium nach so vielen Jahren der hektischen Redaktionsarbeit die erste große Herausforderung. Naja, ich habe es bewältigt, auch wenn ich schon einige Mal echt gestöhnt habe.

Was hat dich am meisten am Arbeiten in der IT-Branche überrascht?
Die Branche ist divers, multi-komplex und familienfreundlich, auch wenn man natürlich fleißig sein muss. Aber das Klischee vom Hoodie-verhuschten IT-Nerd neben einem Berg leerer Pizzaschachteln taugt nichts.

Was würdest du Menschen mitgeben, die unsicher sind, ob sie sich den Quereinstieg in die Digitalwirtschaft zutrauen?
Setzt die Segel, setzt den Kurs auf den großen blauen Ozean der ungeahnten Möglichkeiten und lernt alles Neue, was Euch begegnet. Coding ist logisch, kann jederfrau:mann und bedeutet sichere Zukunft. Los jetzt, geht coden!

Von Fabienne Milke

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